Oliver Peoples

Als junger Augenoptiker kam ich zum ersten Mal 1988 auf einer Optik Messe in Köln mit der Kollektion von Oliver Peoples in Berührung. Die Formensprache aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Farben, alles war so anders als das, was der Markt Ende der 1980er Jahre so hergab. Und das Einzigartige ist, dass sich – zum Glück – an dieser Formensprache bis heute nichts geändert hat.

Zwischen Traumfabrik und Traumstränden wuchs Larry Leight im Westen von Los Angeles auf. Als Jugendlicher genoss er die Ungebundenheit und Freiheit im Sonnenstaat Kalifornien. Als Mann mit Bodenhaftung entschied er sich für den Beruf des Optikers.
Die Geschichte von Oliver Peoples begann 1986 als Larry Leight zusammen mit seinem Bruder Dennis einen Nachlass voller schöner filigraner Randlosbrillen, Metallbrillen und Sonnenbrillen – alle aus den 1920er, 1930er, 1940er und 1950er Jahren ersteigerte. In der Sammlung fanden sie eine Rechnung des ehemaligen Besitzers – Oliver Peoples. Sie waren so fasziniert von diesen einmaligen Brillen, allesamt von alten amerikanischen Firmen wie American Optical oder Bausch und Lomb, dass dieses Sortiment als Grundlage für ihre eigenen Kreationen diente. Sie gründeten ihr eigenes Brillenlabel. Um dem ehemaligen Besitzer dieser schönen Vintagebrillen ein Denkmal zu setzen, benannten sie ihre Firma nach ihm – Oliver Peoples.
1987 designten sie ihre erste Kollektion. Vom ersten Tag an war klar, dass alle Oliver-Peoples-Brillen von einer klassischen und doch innovativen Auffassung geprägt sein würden. Inspiriert von den Vintage-Styles vergangener Zeiten entstanden angesagte Brillen-Kollektionen im Retro-Design. Die Abkehr von den futuristischen und geometrischen Looks der 1980er Jahre setzte neue Maßstäbe. Oliver Peoples baute von Anfang an auf Brillen ohne Branding. Die 1980er und 1990er Jahre waren aber genau vom Gegenteil geprägt; immer mehr Brillenlabes warben mit plakativen Logos an den Bügeln. Larry Leight entwarf Brillen mit einem tiefen Verständnis für die technische Seite des Designs, er war ja schließlich auch gelernter Optiker. Die Passform der Brillen im Gesicht hatte immer oberste Priorität. Ebenso legte er von Anfang an sehr viel Wert auf Qualität. So werden auch heute die Fassungen handgefertigt, die Scharniere von Hand genietet, selbst filigrane Details werden berücksichtigt und zum Schluss wird durch die Politur von Hand „gefinished“.

Fassungen wie die O’Malley oder die MP-2 sind inzwischen legendäre Modelle. Meiner Meinung nach ist es bis heute keinem anderen Brillenlabel gelungen über 25-Jahre alte Styles wieder aufzulegen, ohne auch nur ein Detail zu ändern. Diese Fassungen aber bestechen heute – wie vor 25 Jahren – durch ihren luxuriösen, zeitlosen Glanz.

Um der immer wachsenden Nachfrage an seinen Brillen gerecht zu werden, verkaufte Larry Leight seine Firma 2006 an den Sportbrillenproduzenten Oakley. Oakley wiederum wurde 2007 vom italienischen Brillengiganten Luxottica übernommen. Larry Leight blieb noch bis Ende 2015 Designchef seiner Marke. Nun hoffen wir das trotz des Ausscheidens von Larry Leight die DNA der Marke erhalten bleibt. Bisher sieht es danach aus.

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