SAVILE ROW – handmade in London since 1932

Die Geschichte von Savile Row begann schon 1898 als Max Wiseman die Max Wiseman & Co Ltd in London gründete. Wiseman importierte damals Brillengläser und Brillenfassungen aus Deutschland. Bedingt durch die Wirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre waren diese Importe aber nicht mehr rentabel. Max Wiseman beschloss seine eigene Brillenfertigung im Vereinigten Königreich aufzubauen. Dazu schickte er seine Söhne in das brandenburgische Rathenow – der damaligen deutschen Hauptstadt der optischen Industrie. Sie sollten sich umschauen, wie man eine Brillenproduktion aufzieht und wenn möglich auch die ein oder andere Maschine kaufen. Wie der Zufall es wollte, fanden sie eine Fabrik die der Wirtschaftskrise in der Weimarer Republik nicht mehr standhalten konnte. 1932 kauften sie die ganze Fabrik und verschifften die Maschinen auf die Britische Insel. Sie konnten sogar zehn erfahrene Handwerker aus Rathenow gewinnen mit nach London zu kommen, um die neue Fabrikation aufzubauen. So bewahrten die Wisemans die Handwerker vor der drohenden Arbeitslosigkeit und profitierten zugleich von ihrem handwerklichen Erfahrungsschatz.

Die neu gegründete Fabrik – Algha Works Ltd – wurde im Londoner Stadtteil Stratford errichtet. Der Name Algha setzt sich aus den zwei griechischen Buchstaben Alpha und Omega zusammen und bedeutet vom Anfang bis zum Ende. Der Name sollte Programm sein – denn Algha produzierte alles selbst, nichts wurde dazu gekauft – eben von Anfang bis zum Ende alles aus einer Fabrik.

Während des Zweiten Weltkrieges widmete sich Algha Works der Herstellung von Brillen für Gasmasken und entwickelte und produzierte die Pilotenbrillen für die britische Armee. Nach Ende des Krieges bekam Algha von der Regierung den Zuschlag, die Brillen für den NHS – dem Nationalen Gesundheitsdienst – zu produzieren. Was folgte, war die Blütezeit der Firma Algha, denn sie produzierten mit fast 200 Mitarbeitern fast jedes Kassenbrillengestell auf der Britischen Insel. Berühmte Personen, allen voran John Lennon, trugen eine Algha. 1988 beendete Margret Thatcher das kostenlose Brillenprogamm des National Health Service. Quasi über Nacht verlor Algha seinen wichtigsten Auftraggeber. Aber anstatt Pleite zu gehen, erfand Ahlga sich neu. Man besann sich auf die alten Fertigungstechniken von vor dem zweiten Weltkrieg zurück und entwickelte die Hausmarke Savile Row Eyewear weiter. Unter dem Namen Savile Row fertigte Algha Rahmen für viele Prominente, darunter Denzel Washington, Johnny Depp aber auch für Königin Elisabeth. In vielen historischen Filmen verewigte sich Savile Row ebenfalls, so trug Harrison Ford eine als Indiana Jones und auch die legendäre runde Brille im Film Gandhi war eine Savile Row. Die bislang berühmteste Savile Row aus dem Hause Algha war wohl die Brille des Zauberlehrlings Harry Potter.

Das, was uns an den Savile Row Brillen am meisten begeistert, ist die absolut traditionelle Fertigung, die immer noch auf den Maschinen aus der 1920er Jahren aus Rathenow stattfindet. Noch heute befindet sich die Produktion in der Smeed Road in dem gleichen Stahlrahmengebäude von 1907 in dem 1932 die alten Maschinen aus Rathenow aufgestellt worden waren. Hier werden auch heute noch auf diesen alten Maschinen keine authentischen Retromodelle produziert, sondern Originale!

Der Name Savile Row wurde nicht umsonst gewählt. So ist doch die Savile Row die Straße der Maßschneider in London. Eine Savile Row ist auch irgendwie etwas Maßgeschneidertes. So können nahezu unendlich viele Kombinationen aus Farben, Größen, und Bügelformen miteinander vereint werden, so dass es einem fast schwerfällt, den Überblick zu behalten.

Eine Savile Row wird immer aus Golddouble gefertigt, welches selbstverständlich ebenfalls selbst hergestellt wird – vom Anfang bis zum Ende – war ja seit der Gründung der Algha Ltd die Devise. Golddouble ist der hochwertigste Ausgangswerkstoff für Metallbrillen. Zur Herstellung wird ein Rohr aus 18Kt Gold auf eine Stange aus unedlem Metall gelötet. Durch das Walzen und Strecken des anfänglich dicken Rohres zu einem immer dünner werdenden Rohr, bis hin zu einem Draht nimmt das Gold eine feste Verbindung mit dem Metall ein. Ein solcher Doubledraht hat eine fünf Mal dickere Goldauflage, als er nach dem heute üblichen galvanischen Beschichten hätte. Daher ist eine Brille aus Golddouble wesentlich robuster. Der Golddraht wird nun je nachdem, welches Brillenteil hergestellt wird, durch Senkschmieden oder Wickeln in Form gebracht. Es werden Ziselierungen eingewalzt oder eine Nut, die später das Brillenglas aufnimmt, eingebracht. Dann werden die Fassungsteile hartverlötet. Heute ist das Laserschweißen gebräuchlicher, aber eine Savile Row wird wie schon vor 100 Jahren hartgelötet. Zum Schluss bekommt jede einzelne Fassung noch eine Politur von Hand. Die silberfarbigen Brillen werden zunächst auch aus Golddouble hergestellt und anschließend rhodiniert, was bedeutet, dass sie zusätzlich durch ein galvanisches Verfahren mit dem Edelmetall Rhodium beschichtet werden. Mache Exemplare erhalten zusätzlich einen Windsor Ring, einen dünnen Acetatring, welcher außen um die Brillenglasform angebracht wird.

Wir sind stolz diese wunderschönen handwerklichen Unikate verkaufen zu dürfen und können hier nahezu jeden Größenwunsch erfüllen. Eine Brille wie vor 100 Jahren – ein Original.

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